Strecke 46 – geplante Reichsautobahn durch Gössenheim
Fälschlich genannt: Die vergessene Nazi-Autobahn
Der Bau dieser durch Gössenheim geplanten Reichsautobahn kam nie zur Ausführung, weil der Abzug von Arbeitskräften und Materialien zu Kriegszwecken und die Einführung neuer Normen, die Arbeiten an der bereits 1937 begonnenen Autobahn erschwerten.
Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde diese Planung verworfen und statt dessen eine neue Trasse gewählt, die an Schweinfurt vorbei führt und größere Kurvenradien besitzt. Nur so konnte sich Gössenheim in seiner heutigen Größe in Richtung Norden und Osten baulich erweitern.
Heute finden sich noch zahlreiche Fragmente der fast fertig trassierten Autobahn in der Landschaft, wie Streckenabschnitte, Brücken und Brückenpfeiler. Sie stehen seit 2003 unter Denkmalschutz. Auf der alten Trasse befinden sich annähernd ein Dutzend unvollendete Bauwerke, die meisten davon im Wald.
In Rupboden unterquert eine Kreisstraße die mit Bäumen überwachsene Trasse, die auch heute noch deutlich aus der Vogelperspektive sichtbar ist. In Gräfendorf dient ein unvollendeter Pfeiler heute den Alpinisten als Kletterfelsen. Obwohl als Denkmal geschützt, erinnert außer Schildern gegen Sachbeschädigung keine Gedenktafel an die als Ruine geendete und lange Jahre völlig verdrängte Reichsautobahnstrecke.
(Zusammenstellung von Theo Gärtner, 1. Bürgermeister von Gössenheim)
Quellen:
Rekonstruktion durch Robert Ammersbach Vermessungsingenieur Dipl. Ing. (FH)
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